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Netzwerken im Industriegebiet: der erste Netzwerkanlass 2019 der Startup Academy Basel

Der Weg zum ersten Netzwerkanlass der Startup Academy Basel im 2019 führte mitten durchs Dreispitz-Industriequartier in Basel. Das schmatz basel, die Location für den Anlass, steht mitten im Gewerbe- und Lagerareals, vis-à-vis von einem Parkhaus. Kurz nach 18.00 Uhr erreichten die ersten Besucherinnen und Besucher das Ziel. MentorInnen und ExpertInnen, Startups-Gründer und solche, die es werden wollen sowie Interessierte trafen sich am 9. April 2019, einem sonnigen Frühlingsabend, zum Kennenlernen, Austauschen und Netzwerken.

Netzwerken bei schönstem Frühlingswetter

Markus Kindle, Vorstandsmitglied der Startup Academy Basel, eröffnete den Abend und präsentierte den Gästen ein paar eindrückliche Zahlen. 93% der 190 Jungunternehmen, die seit Gründung der Startup Academy ins Begleitprogramm aufgenommen wurden, bestehen heute noch. Also weit mehr als die häufig herumgebotene 50% Überlebensrate nach den ersten Jahren. Und die heute noch aktiven 176 Jungunternehmen haben insgesamt 500 Arbeitsplätze geschaffen. Diese Zahlen sind das Ergebnis von Befragungen, die zwei Studentinnen der Hochschule für Wirtschaft Basel FHNW im Rahmen einer Bachelorarbeit durchgeführt haben. Sie haben die Startup Academy Schweiz in Bezug auf das Begleitprogramm, die Anzahl Gründungen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze untersucht.

Auf diese erfreulichen Nachrichten folgt eine traurige Mitteilung: Markus Fischer, Geschäftsführer der Startup Academy Basel, informierte alle Teilnehmenden darüber, dass Martin Steinbach, Leiter CoworkingBasel, am 14. Februar 2019 nach schwerer Krankheit verstorben ist. Während sechs Jahren hatte er die Startup Academy ehrenamtlich unterstützt; er war der erste vollamtliche Volunteer. Nur zwei Wochen nach seinem letzten Arbeitstag bei der UBS Ende 2012, nahm er im Januar 2013 seine ehrenamtliche Tätigkeit auf. Von Anfang an half er bei allen möglichen Aufgaben mit – immer getreu seinem Motto: wer für Kleines zu gross ist, ist für Grosses zu klein. Er räumte die Küche auf, putzte die Kaffeemaschine und brachte Abfallsäcke nach unten. Martin lernte aber auch den Betrieb und alle Tools kennen und begann schon bald damit, sein Wissen und seine Erfahrungen einzubringen. Und so erarbeitete er schon bald neue Coworking-Angebote und prägte in den folgenden Jahren den Coworking Space am Picassoplatz 4 entscheidend mit. Die Startup Academy verliert mit ihm eine bescheidene Persönlichkeit, die sich in vorbildlichster Weise für die Startup Academy eingesetzt hat und der es immer um die Sache und nie um die eigene Person ging. Es folgte eine Schweigeminute für den Verstorbenen.

höhen und tiefen: vier startups im Gespräch

Im Hauptteil des Netzwerkanlasses wurden vier Startups von Catherine Riesen, Kommunikationsverantwortliche der Startup Academy Basel, interviewt: Nathalia Szydlowski (Tandemworks), Dominique Baumann (Kletterei Ziegelhof), Brigitte Nicholson (beratungsnetz-basel) und Benjamin Brodbeck (Ingwer Manufaktur). Alle Startup-Gründer erzählten in den Kurzinterviews von ihren Geschäftsideen, ihren Herausforderungen und Schwierigkeiten, aber auch von ihren Erfolgsmomenten.

Hinter Tandemworks verbirgt sich ein interdisziplinäres Netzwerk aus Architekten, Innenarchitekten und Designern. Je nach Kunde bzw. Projekt wird ein passendes Projektteam zusammengestellt und mit externen Partnern ergänzt. Das interdisziplinäre Team wird jeweils nach den Ansprüchen der Kunden zusammengestellt, um stets die beste Qualität unter Einhaltung des Budgets und der Termine zu garantieren. Ob Neubauten, Sanierungen, Gestaltungs-, Farb- oder Materialkonzepte, Layoutplanungen, Signaletik oder Möbeldesign – Tandemworks betreut Projekte von der Bedürfnisanalyse zur Ausführung und Nachbegleitung. Neben der wirtschaftlichen Verantwortung stellt sich Tandemworks dabei auch der sozial-nachhaltigen: moderne und flexible Arbeitsmodelle – wie etwa Teilzeitarbeit oder Jobsharing – werden gefördert.

 

Nathalia Szydlowski von Tandemworks im Interview

Der Verein „Kletterei-Ziegelhof“ bringt Bewegung in die ehemalige Bier-Abfüllhalle in Liestal: In der Halle entsteht eine Boulderhalle. Beim Bouldern klettert man ohne Seil bis zu einer Höhe, von der aus man noch ohne Verletzungsgefahr abspringen kann. Dominique Baumann und Chasper Kron, die hinter dem Projekt stehen, sind beide selber begeisterte Kletterer. Das Crowdfunding, das während dem Netzwerkanlass noch in vollem Gange war, konnte in der Zwischenzeit erfolgreich abgeschlossen werden. Somit können die beiden Initianten nun Material bestellen und mit dem Bau der Kletterwände beginnen. Im Herbst 2019 soll „hebdi“, so heisst die Boulderhalle, eröffnet werden.

 

Dominique Baumann vom Vereinr "Kletterei Ziegelhof" erzählt von ihren Herausforderungen und Erfolgsmomenten

Das Startup beratungsnetz-basel begleitet und berät ältere Menschen im AHV-Alter und deren Angehörige. Ziel von beratungsnetz-basel ist es, ältere Personen dabei zu unterstützen, möglichst lange selbständig zu bleiben und in den eigenen vier Wänden wohnen zu können. Um dieses Ziel zu erreichen hilft beratungsnetz-basel bei allen möglichen Fragen rund um die Aktivitäten des täglichen Lebens: von der Pflege über Hilfe beim Beantragen von Sozialleistungen bis zum Vermitteln von Kontakten zu Freiwilligen oder dem Überprüfen der „Alterstauglichkeit“ der Wohnung ist im Dienstleistungsangebot alles vorhanden.

 

Brigitte Nicholson vom beratungsnetz-basel im Gespräch mit Catherine Riesen

Bei der Ingwer Manufaktur gibt es Ingwer- und Kurkuma-Direktsäfte aus 90% Ingwer bzw. Kurkuma und 10% Zitronensaft. Damit die Säfte gut dosiert werden können, werden sie in kleinen Glasflaschen mit Pipetten verkauft. Die Fläschchen heissen Ingo, Ingrid, Kunigunde, Kurt und Co. und sorgen für das gewisse Etwas in Getränken und auf dem Teller: Mit heissem Wasser als Tee, als Zusatz im Prosecco, in der Gemüsepfanne oder im asiatischen Gericht. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Neben Genuss ist Nachhaltigkeit ein zentraler Faktor für das Startup: Die Glasflaschen werden zurückgenommen und wiederverwendet, Pressrückstände werden von zwei Lebensmittelbetrieben aus Basel weiterverarbeitet und die Säfte kommen per Cargobike zu den Kunden.

Benjamin Brodbeck, Gründer der Ingwer Manufaktur, im Kurzinterview

Nach den Kurzinterviews fasste Markus Fischer die wichtigsten Erkenntnisse des Abends nochmals zusammen. Und dann wurde das Buffet eröffnet. Beim wunderbaren Apéro aus der Küche vom schmatz basel wurden neue Kontakte geknüpft, Geschäftsideen besprochen und Visitenkarten und Erlebnisse ausgetauscht.

Fotos: Raphaël Leibundgut, rlug.ch