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Neues Mobiliar für Coworking Basel

Hell, heiter, luftig. So präsentiert sich der Coworking Space im vierten Obergeschoss am Picassoplatz 4 seit dem Ausbau.

Im August 2017 bezog die Startup Academy zusätzlich zum vierten auch noch das fünfte Obergeschoss des Gebäudes und konnte damit ihre Coworking-Fläche fast verdoppeln. Bei den Vorbereitungen des Ausbaus war eine zentrale Frage jene nach dem Mobiliar. Es wurde entschieden, dass die bisherigen Büromöbel ins oberste Stockwerk gezügelt und dort in erster Linie Fix-Desk-Nutzer einziehen werden. Fürs vierte Obergeschoss mussten also ein neues Einrichtungskonzept und neue Möbel her.

Architektin Stefanie Girsberger erinnert sich gut daran, wie sie Anfang Februar zum ersten Mal durch die Räumlichkeiten am Picassoplatz ging. Ihr Vater hatte bereits Kontakt zu Startup Academy Vizepräsident Florian Blumer und nahm sie mit, als er für eine Führung nach Basel eingeladen wurde. Bei diesem Besuch lernte Stefanie Girsberger neben Florian Blumer auch Markus Fischer, Geschäftsführer der Startup Academy, und Martin Steinbach, Verantwortlicher Coworking Basel, kennen. Im Verlaufe des Gespräches wandte sich dieser bald mit konkreten Vorstellungen an Stefanie und es wurde beschlossen, dass sie die gestalterische Leitung übernimmt. Somit erhielt sie ihren ersten grösseren Auftrag.

„Wie gehe ich vor?“ – Das war die Frage, die sie sich als erstes stellte. Klar war, dass sie als Architektin mit dem Möbelhersteller Girsberger zusammenarbeiten würde. Klar war auch, dass das entsprechende Stockwerk künftig in erster Linie von Flex-Desk-Usern und Coworkerinnen und Coworkern mit Stempelkarten genutzt werden sollte. Also von jenen Coworkern, die keine fixen Arbeitsplätze haben, sondern jeweils auf first-come, first-served Basis einen Tisch auswählen und dann für einen halben oder einen ganzen Tag an diesem Tisch arbeiten. „Zuerst mussten wir uns in diese Arbeitsweise hineinversetzen. Selber bin ich es gewohnt, mit meinem Schreibzeug, Büchern und sogar Modellen umgeben zu sein. Wir planten anfangs Korpusse, die gemietet werden und zum Arbeitsplatz gestellt werden können um sie dann abends wieder in einem Depot zu parkieren. Wir merkten dann aber, dass dieses Bedürfnis nicht so stark vorhanden ist und liessen die Korpusse (vorerst) wieder weg,“ sagt Stefanie Girsberger. Aufgrund der Tatsache, dass es sich am Picassoplatz um einen Coworking-Space und nicht um ein gewöhnliches Büro handelt, war sie mit weiteren Besonderheiten konfrontiert.

„Sehr toll fand ich, dass hier Kreativität zugelassen wird und nicht alles weiss und steril sein muss. Die Leute brauchen Identität am Arbeitsplatz, sowie einen gewissen Schutz, der in einem offenen Büro den eigenen Raum definiert. So fühlt man sich wohl und kann konzentrierter arbeiten. Da die Mittel begrenzt waren, wurde rasch klar, dass wir uns – mit Ausnahme von Regal und Garderobe – auf die Produktion von Tischen und Stühlen begrenzen. Der Entwurf von den Tischen war eng gekoppelt mit den zur Verfügung stehenden Materialien. Deshalb wurden die Tische aus Seekiefersperrholz zum Beispiel so dimensioniert, dass möglichst wenig Abfallholz entstand. Durch das Biegen von Stahlrohren wurde ein effizienter und eleganter Unterbau für die Tische geschaffen, der zugleich als Befestigung für den Sichtschutz dient. Das Mobiliar wurde in der Girsberger AG in Bützberg bei Langenthal gefertigt, während der Sichtschutz am Standort Endingen (D) genäht wurde. Der Sichtschutz aus Stoff ist sozusagen das gewisse Etwas mit dem wir versuchten zu spielen und Farbe in den Raum zu bringen.“

Tische mit Sichtschutz findet man in vielen Büros. Oft handelt es sich dabei jedoch um Platten; Sichtschutz aus farbigen Stoffen hingegen war etwas Neues. Die Arbeit am Prototyp war sehr wichtig um herauszufinden, ob die Idee etwas taugt. Es wurde getestet wie der Stoff genäht werden muss, damit er möglichst straff steht. Nicht nur die Auswahl der Farben und des Stoffes (von Kvadrat) für den Sichtschutz plante Stefanie Girsberger sehr sorgfältig, auch die Verwendung ebendieses Sichtschutzes wurde genau überlegt: „Zuerst hatten wir die Vorstellung, dass sich jeder Coworker den Sichtschutz jeweils selber holt und sich seinen Raum gewissermassen absteckt. Doch dann kamen Bedenken, dass jedes Mal Unruhe entstehen würde, wenn sich jemand neu installiert. Also entschieden wir uns dazu, den Sichtschutz direkt auf den Tischen anzubringen, jedoch immer noch mit der Möglichkeit den Stoff neu zu richten.“

Viele Wege führen bekanntlich nach Rom. Und etwa genauso viele zu einem neuen Einrichtungskonzept. Die Planung verlief nicht immer geradlinig; vielmehr gingen vor allem zu Beginn viele Ideen von Stefanie Girsberger zu Martin Steinbach und wieder zurück, wurden nochmals neu überlegt und weiterentwickelt, bis dann schlussendlich das Konzept stand. Besonders spannend und hilfreich war für Stefanie Girsberger, dass sie während des Planungsprozesses einen Arbeitsplatz im Stellwerk Basel erhielt, dadurch selber Coworking-Luft schnuppern und auch immer wieder direkt am Picassoplatz vorbeischauen konnte. „Dank diesem Arbeitsplatz konnte ich vieles beobachten und sehen, wie ein Coworking-Space funktioniert. Ich sah wie die Leute kommen und gehen und wurde für diese Zeit selber eine Coworkerin,“ sagt Stefanie Girsberger.

Aufgrund des Umzugstermins gab es einen klaren, straffen Zeitplan und viele Entscheidungen mussten schnell getroffen werden. Aber trotz Zeitdruck und klar definiertem Budget konnte Stefanie Girsberger für das vierte Obergeschoss am Picassoplatz ein Einrichtungskonzept mit exklusiv für die Startup Academy entwickeltem Mobiliar erarbeiten, das einerseits einladend, frisch und hell aussieht und andererseits den Bedürfnissen der Coworker nach Austausch, Kooperation und Kreativität gerecht wird. Sie selber beschreibt das finale Konzept so: „Es ist eine lustige Landschaft aus Tischen, Stühlen, Stoffen und Lampen entstanden. Besonders gut gefällt mir die Windräder-Anordnung einiger Tische. Ich bin zufrieden, weil der Raum heiter wirkt und das mit dem Sichtschutz so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten. Das Beste aber sind die positiven Rückmeldungen sowie die Unterstützung und Motivation, die ich von Anfang an erhalten habe.“

Fotos: Raphaël Leibundgut, rlug.ch