Working Bicy­cle: Wer­bung die (sich) bewegt

Eben stand sie noch am Bahn­hof SBB und schon fährt sie los, übers Via­dukt beim Zol­li, beim Schüt­zen­matt­park nach rechts, zum Spa­len­tor und wei­ter bis zur Uni Biblio­thek. Nach einem kur­zen Stopp geht’s von da aus wei­ter Rich­tung Rhein, über die Johan­ni­ter­brü­cke ins Klein­ba­sel bis zum Mes­se­platz. Auf ihrem Weg begeg­net sie Pas­san­ten, Velo- und Auto­fah­rern, ist manch­mal voll in Fahrt und steht zwi­schen­durch an einer roten Ampel. Immer aber ist sie für alle gut sicht­bar und fällt auf: dei­ne Werbung!

Kei­ne Sack­gas­sen und Einbahnstrassen

«Working Bicy­cle». So heisst das Start­up, das genau dies mög­lich macht. Dank einer Wer­be­box, die auf dem Gepäck­trä­ger von pri­va­ten Fahr­rä­dern mon­tiert wird, kommt Wer­bung über­all hin. Ob Schnell­stras­se, Velo­weg, Sack­gas­se oder Ein­bahn­stras­se. Ob Alt­stadt oder Wohn­quar­tier, ruhi­ge Gas­se oder beleb­ter Bar­füs­ser­platz. Die Boxen sind zudem mit einem Off­line-Tacho aus­ge­rüs­tet, was ein aus­führ­li­ches Repor­ting der Kam­pa­gnen ermöglicht.

Die Idee für Working Bicy­cle ent­stand im Janu­ar 2017. Luca Tschu­di war damals zu Besuch bei sei­nem Bru­der. Die bei­den dis­ku­tier­ten unter ande­rem über gros­se Wer­be­gel­der und dar­über, dass es auch im öffent­li­chen Raum doch eigent­lich ein­fa­che­re und auf­fäl­li­ge­re Mög­lich­kei­ten geben müss­te, um Wer­bung zu machen. Und da schlug Luca, der zu die­sem Zeit­punkt eine grös­se­re Euro­pa­rei­se vor sich hat­te und dafür noch Geld brauch­te, in der Dis­kus­si­on vor, dass man doch auch Velos als Wer­be­flä­chen nut­zen und die Fah­ren­den sogar noch ent­loh­nen könn­te. «Patrick lach­te mich kurz aus, wur­de dann aber plötz­lich wie­der tod­ernst. Die fol­gen­den sechs Stun­den ver­brach­ten wir mit einem Busi­ness Model Can­vas, das ich übri­gens bis heu­te behal­ten habe! Schliess­lich soll uns das immer dar­an erin­nern wo wir ein­mal gestar­tet haben und von wo Working Bicy­cle tat­säch­lich stammt,» erin­nert sich Luca zurück.

Voll­gas in Basel und über die Kan­tons­gren­ze hinaus

Der Start­schuss für Working Bicy­cle war damit gefal­len. Gemein­sam mit sei­nem Bru­der Patrick Tschu­di sowie Jérô­me Huber und Samu­el Van der Stap­pen grün­de­te Luca das Unter­neh­men, Fabio­la Baur (Kun­den­be­treu­ung und Ver­trieb) ver­voll­stän­digt das Team.

Bei Working Bicy­cle pro­fi­tie­ren sowohl Wer­ber als auch Fah­rer: Die Wer­bung kommt genau da hin, wo sie der Kun­de haben möch­te und dies kos­ten­güns­tig. Und die Fah­rer ver­die­nen wäh­rend dem sie ihre Stre­cken zurück­le­gen. Über 2000 Fah­rer sind seit der Grün­dung des Unter­neh­mens bereits für Working Bicy­cle unter­wegs. Und dies in sechs Städ­ten: Basel, Zürich, Win­ter­thur, Luzern, Bern und Aarau.

Idee über­zeugt nicht nur Wer­ber und Fahrer

Die Idee und das Geschäfts­mo­dell über­zeu­gen. Über die Kan­tons­gren­ze hin­aus und nicht nur Wer­ber und Velo­fah­rer. Unter ande­rem konn­te Working Bicy­cle auch die Jury an der «Swiss Start­up Chal­len­ge» im Rah­men des Star­tUpFo­rum Aar­gau über­zeu­gen: Am Mon­tag, 12. Novem­ber fand das Forum – orga­ni­siert von der Stand­ort­för­de­rung Aar­gau Ser­vices und dem IFJ Insti­tut für Jung­un­ter­neh­men – statt und Working Bicy­cle schaff­te es auf den mit 15’000 CHF dotier­ten ers­ten Platz!

«Wir haben uns rie­sig gefreut! Wir waren zwar sehr zuver­sicht­lich, weil Decks, Team und vor allem die Ent­wick­lung und Jah­res­zie­le alle­samt über­trof­fen wur­den, hät­ten aber nicht mit einem 1. Platz gerech­net – da waren wir wirk­lich super hap­py! Gefei­ert haben wir dann aber nicht – schliess­lich muss­ten wir alle wie­der um 07:30 im Büro oder in den Vor­le­sun­gen sit­zen (lacht),» so Luca Tschudi.

Working Bicy­cle an der Swiss Start­up Challenge

Rat­schlä­ge, Aus­tausch und neue Freunde

Das fünf­köp­fi­ge Team von Working Bicy­cle ist im Begleit­pro­gramm der Start­up Aca­de­my und schätzt einer­seits vor allem die Unter­stüt­zung und Impul­se vom Men­tor und ande­rer­seits das Umfeld. Luca Tschu­di: «Unser Men­tor Marc Stef­fen nimmt sich immer sehr viel Zeit und hat ein offe­nes Ohr für Fra­gen und kri­ti­sche Situa­tio­nen. Er ist für uns ein biss­chen wie ein unbe­tei­lig­ter Papa, der einen guten Rat gibt und uns dann wie­der machen lässt! Wir schät­zen die­sen Aus­tausch mit ihm sehr und sind sehr dank­bar für sei­ne Rat­schlä­ge und ehr­li­che Art und Wei­se. Zusätz­lich genies­sen wir auch den Aus­tausch mit ande­ren Star­tups und das tol­le Umfeld – es begeis­tert einen zum Wei­ter­ma­chen. Die Jung­un­ter­neh­mer von «MyCam­per» wur­den bei­spiels­wei­se zu guten Freun­den und sind heu­te unse­re Office Bud­dies am Tellplatz.»

Von Bin­nin­gen via Zol­li zum Bar­füs­ser­platz und von da aus wei­ter zur Schiff­län­de, über die Mitt­le­re Brü­cke, dann durchs Klein­ba­sel, vor­bei am Badi­schen Bahn­hof bis nach Rie­hen. Mit Working Bicy­cle kommt Wer­bung an wäh­rend sie unter­wegs ist. Von (Sprach-)schulen über Mes­sen bis hin zu Natur­kos­me­tik konn­ten schon ganz unter­schied­li­che Kun­den von der Geschäfts­idee über­zeugt wer­den. Das Feed­back ‑sowohl von Kun­den als auch Pas­san­ten – ist jeweils sehr posi­tiv. Auch bei der Ver­lei­hung der Swiss Start­up Chal­len­ge erhiel­ten die Jung­un­ter­neh­mer wie­der vie­le Rück­mel­dun­gen: «Wir wur­den von Dut­zen­den Leu­ten ange­spro­chen, dass es doch sowas schon in Basel gäbe – wor­auf wir rea­li­sier­ten, dass dies unse­re Mar­ke­ting­bo­xen waren. Auch posi­ti­ve Reso­nan­zen für die KV Aar­au Kam­pa­gne folg­ten an die­sem Abend – das macht uns sehr hap­py!» sagt Luca Tschudi.

Die Start­up Aca­de­my gra­tu­liert Working Bicy­cle ganz herzlich!