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Atlas Sensing Labs: Das Basler Startup sorgt für gute Luft

Luftqualität, Aerosole, CO2-Konzentration. Alles Wörter, die wir im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie oft gehört und gelesen haben. Ming Tsai beschäftigt sich schon viel länger mit diesen Themen.

Er ist ausgebildeter Ingenieur aus den USA mit einem Bachelorabschluss in Maschinenbau von M.I.T., einem Masterabschluss in Umwelttechnik und einem Ph.D. in Umwelt- und Arbeitshygiene von der University of Washington, Seattle. Während mehreren Jahren hat Ming Tsai bei zahlreichen epidemiologischen Gesundheitsstudien mitgearbeitet und Expositions-Monitoring-Kampagnen in verschiedensten Ländern auf der ganzen Welt koordiniert. 2008 kam er für Forschungsarbeiten nach Basel. Hier wurde der Wunsch stärker, das eigene Wissen und die bisherigen Erfahrungen konkreter anzuwenden und so gründete Tsai 2017 das Startup Atlas Sensing Labs. Die ursprüngliche Idee? Mit Messungen, Überwachung und Modellierung soll eine gesunde Umgebung für alle geschaffen werden. «Viele Menschen denken, dass die Luftqualität in der Schweiz sehr gut ist und wir diesbezüglich keine Probleme haben. Aber auch hier gibt es Luftverschmutzung und sie kann auch hier einen Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Während es für Aussenräume jedoch gewisse Gesetze und Regulierungen gibt, fehlen diese im allgemeinen für Innenräume (wobei es natürlich Ausnahmen gibt, so etwa an manchen Arbeitsplätzen). Wir verbringen jedoch sehr viel Zeit am Arbeitsplatz, in gemeinsam genutzten Räumen und – insbesondere im vergangenen Jahr – auch zuhause. Was viele nicht wissen, ist, dass man selber einiges dafür tun kann, dass die Luftqualität in den Innenräumen gut ist. Einfache, smarte Messungen und konkrete Massnahmen können die Qualität der Luft stark verbessern, was sich natürlich positiv auf unsere Gesundheit auswirkt.

NEUER FOKUS AUFGRUND CORONA-PANDEMIE

Einige Komponenten des Systems zur Kontrolle der Innenraumluftqualität von Atlas Sensing Labs.

Im 2018 nahm Tsai mit seinem Startup am ClimateLaunchpad, dem weltweitgrössten clean-tech Ideenwettbewerb teil. Dieser wird in der Schweiz jeweils von der Startup Academy organisiert und durchgeführt. Der Fokus von Atlas Sensing Labs lag damals noch auf Messungen im Aussenbereich. Im darauffolgenden Jahr begann Ming Tsai damit auch in Innenbereichen die Luftqualität zu überwachen. Und dann kam die Corona-Pandemie und das Thema Raumluftqualität war plötzlich allgegenwärtig: Neben der Übertragung des Virus über Tröpfchen, spielt jene über die noch kleineren Aerosol-Partikel ebenfalls eine entscheidende Rolle. Und hier kommt die Qualität der Luft ins Spiel: Durch regelmässiges Lüften oder mithilfe von Luftreinigern kann das Risiko einer Ansteckung deutlich reduziert werden.

Tsai reagierte schnell und richtete sein Angebot aufgrund der Entwicklungen voll und ganz auf öffentlich genutzte Räume wie Schulen, Wartezimmer, Coworking Spaces, öffentliche Begegnungsstätten usw. Derzeit macht er in verschiedenen Räumen Messungen, darunter auch im Coworking Space der Startup Academy Basel am Picassoplatz und in einem Schulhaus in Basel, und wertet diese anschliessend aus. Sein System kann aber noch viel mehr, als «nur» die Luftqualität messen und zeigen, dass die Luftqualität gut ist bzw. dass gelüftet werden muss. Dafür kann beispielsweise eine Art «Ampel» eingerichtet werden, die grün oder rot leuchtet. Das System geht aber noch einen Schritt weiter: Es kann mit einem Zusatzgerät ergänzt werden, das die Fenster automatisch öffnet oder selbständig einen Luftreiniger in Betrieb setzt, und zwar dann, wenn eine bestimmte CO2-Konzentration erreicht worden ist (denn letztere ist oft ein gutes Mass für die Qualität der Raumluft). Und weil die Daten kontinuierlich gesammelt werden, hat man die Möglichkeit, weitere Analysen zu machen und zu überprüfen, ob die eingerichteten Massnahmen ausreichen. Atlas Sensing Labs sorgt also für gute Luft und das komplett automatisch.

WICHTIGES FEEDBACK UND HILFSMITTEL DANK TEILNAHME AN WETTBEWERBEN

Wetterfeste Luftüberwachungs- einrichtung von Atlas Sensing Labs – denn die Aussenluftqualität spielt auch eine Rolle.

Das Ziel von Ming Tsai ist es nun, seine Entwicklung in so vielen gemeinsam genutzten Räumen wie möglich zu installieren. Eine gute Luftqualität sei schliesslich enorm wichtig – und das nicht nur in Zeiten von Corona: «Vor Corona dachten die meisten Menschen nicht wirklich darüber nach, was sie einatmen. Die meisten beschäftigten sich vielmehr damit, was sie trinken. Dabei trinken wir nur etwa 1-2 Liter pro Tag, atmen jedoch zehntausende Liter Luft ein. Wenn wir Sport treiben atmen wir sogar noch viel mehr ein – bis zu fünf oder gar fünfzehnmal so viel. Anstatt beispielsweise 6 Liter pro Minute, atmen wir beim Sport auch mal um die 90 Liter pro Minute ein.»

Um seine Idee und sein System weiterzuentwickeln, bekannter zu machen und wichtige Kontakte zu knüpfen, nimmt Ming Tsai dieses Jahr an der «Swissbau Startup Challenge» – dem neuen gemeinsamen Programm der Startup Academy und der Swissbau – teil. Er freut sich auf die Möglichkeit, sein Startup präsentieren zu können und Feedback von der Fachjury zu erhalten. Als Jungunternehmer seien solche Programme sehr wertvoll. «Ich denke auch immer noch viel an meine Teilnahme am ClimateLaunchpad zurück. Ich habe da viel gelernt. Das Workbook steht immer auf meinem Bücherregal im Büro und ich greife immer wieder auf einzelne Dinge darin zurück,» so Tsai.

Ming Tsai freut sich über jegliche Kontaktnahme von Interessierten um seine individuell ausgerichtete Systemlösung näher erläutern zu können.

www.atlassensinglabs.com
info@atlassensinglabs.com