Branding mit Charakter für kreative Unternehmerinnen: Ornamental Studio macht Marken sichtbar
Die Idee entstand nicht aus einem klassischen Businessplan, sondern aus dem persönlichen Umfeld. Während ihre Tochter noch klein war, engagierte sich Iza in lokalen Eltern- und Communitygruppen in Basel und unterstützte Organisationen mit grafischen Arbeiten. Im Austausch mit anderen Müttern bemerkte sie ein wiederkehrendes Muster: Viele Frauen wollten ein eigenes Unternehmen aufbauen, wussten aber nicht, wie sie ihre Marke klar positionieren sollten. Oft existierte bereits ein Logo oder eine Website, doch diese spiegelten die eigentliche Vision nicht wider. Nach ihrem Master of Arts an der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW in Basel setzte sich Iza intensiver mit Branding-Strategien auseinander und entwickelte ihr erstes vollständiges Branding-Projekt. Eine Marktlücke hatte sie dabei klar vor Augen: Viele kreative Solopreneurinnen brauchen nicht nur Design, sondern Unterstützung dabei, ihre Strategie in eine visuelle Identität zu übersetzen.

Branding ist mehr als ein Logo
Heute begleitet Ornamental Studio vor allem kreative Unternehmerinnen aus Bereichen wie Fotografie, Coaching, Kunst, Gesundheit oder kleinen Fashionlabels. Ihr Ansatz geht bewusst über klassisches Grafikdesign hinaus. «Ein Logo allein reicht nicht aus», erklärt sie. «Zuerst braucht es eine klare Strategie. Daraus entsteht die visuelle Sprache der Marke.» Auf dieser Basis entwickelt sie Branding-Konzepte und Websites, häufig auf Plattformen wie Squarespace oder Wix, die sich besonders für Solopreneurinnen eignen, die ihre Seite später selbst weiterpflegen möchten.
Die Preisgestaltung war eine der grössten frühen Herausforderungen. Als Iza mitten in der Corona-Pandemie startete, überschwemmten günstige Online-Angebote den Markt; Branding-Pakete wurden teils für wenige Dutzend Dollar angeboten. Rückblickend sagt sie, dass sie ihre Arbeit anfangs deutlich unter Wert angeboten habe. Parallel musste sie als Einzelunternehmerin einen eigenen Prozess entwickeln, der effizient und für ihre Kundinnen verständlich ist. Daraus entstand ein klar definierter kreativer Ablauf, der mithilfe von Tools wie Trello Kundinnen transparent von der Strategie über die visuelle Entwicklung bis zur fertigen Website begleitet. Ein weiteres wichtiges Learning war die Bedeutung von Kommunikation: Jede Kundin bringt eigene Vorstellungen und Erwartungen mit, und der kreative Prozess besteht daher nicht nur aus Gestaltung, sondern aus Dialog und gemeinsamer Entscheidungsfindung.
Inspiration durch Community
Obwohl sie ihr Unternehmen als Solopreneurin führt, ist Austausch für Iza ein zentraler Bestandteil ihres Alltags. Seit fast zwei Jahren ist sie Gastgeberin von CreativeMornings Basel, einem globalen Netzwerk für kreative Communities, wo sich einmal im Monat Menschen aus verschiedenen Branchen zu Frühstück und inspirierenden Vorträgen treffen. Für Iza ist diese Community eine wichtige Energiequelle: Sie ermöglicht Begegnungen mit anderen Kreativen und frische Perspektiven, die in ihre eigene Arbeit einfliessen. Auch die Zusammenarbeit mit der Startup Academy spielte eine wichtige Rolle: Durch Mentoring und Kurse konnte sie ihre Strategie reflektieren, Angebote weiterentwickeln und ihre Vision mit erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern diskutieren.

Vom Einzelunternehmen zum kreativen Kollektiv
In den kommenden Jahren möchte Iza Ornamental Studio von einer Einzelpraxis hin zu einem kreativen Kollektiv weiterentwickeln. Neben Branding-Projekten sollen Workshops, Seminare und gemeinschaftliche Formate entstehen, die kreative Unternehmerinnen nicht nur gestalterisch unterstützen, sondern ihnen auch Räume für Austausch und Inspiration bieten. Darüber hinaus plant sie immersive Brand-Erlebnisse und handgefertigte Printprodukte, die Marken auch physisch erlebbar machen.
An andere Gründerinnen hat Iza eine klare Botschaft: Den eigenen Wert früh definieren und nicht zu tief einsteigen. Der Aufbau eines Unternehmens brauche Zeit, Geduld und Anpassungsfähigkeit. Entscheidend sei, eine klare Idee zu haben und diese in Angebote zu übersetzen, die wirklich zu den Bedürfnissen der Zielgruppe passen. Denn am Ende, da ist Iza überzeugt, geht es beim Branding nie nur um Ästhetik, sondern darum, sichtbar zu machen, wer man wirklich ist.