Volles Haus am Afterwork «KI in der Praxis» in Liestal
Gemeinsam mit dem Location Partner Tenum Liestal lud die Startup Academy Baselland am 30. Juni 2026 zum grossen After Work ein. Thema war der praktische Einsatz von künstlicher Intelligenz. Im Zentrum standen dabei nicht nur technologische Entwicklungen, sondern auch die Auswirkungen von KI auf Beruf, Zusammenarbeit und das alltägliche Leben.
KI nimmt Arbeit ab aber nicht Verantwortung
Den Einstieg in den Abend machte Dorotea Ganser mit der Frage “Was macht KI mit uns als Mensch?”. Diese Frage stellte sie selbst als Mensch und als Nutzerin von KI. Dabei fragte sie nach den Auswirkungen auf den Alltag, Beruf und die Beziehungen. Ihre Haltung machte deutlich: KI nimmt uns Arbeit ab, aber nicht Verantwortung. Immer wichtiger werde klares Prompting und insbesondere das kritische Denken gepaart mit einem verantwortungsvollen Umgang mit KI.
Der verantwortungsvolle Umgang mit KI beschäftigte auch Paul Heyer. Er beleuchtete die Handhabung von künstlicher Intelligenz insbesondere im Arbeitsalltag und machte deutlich, dass das sogenannte “Ego-Prompting” zum Problem wird, wenn Firmen keine entsprechende Kultur im Umgang mit KI pflegen. Gemeint ist damit die Nutzung von KI zum persönlichen Vorteil, ohne Teammitglieder zu involvieren. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, braucht es gemäss Heyer vor allem eines: Eine offene Gesprächskultur im Team und den damit verbundenen Austausch über neue Technologien und ihre Möglichkeiten.
Eine weitere Perspektive brachte KI-Experte Bernd Burgdorf ein, der sich dem Thema aus Sicht der KI-Ethik näherte. Sein Standpunkt: Innovation soll möglich bleiben. Die ethische Auseinandersetzung mit neuen Technologien müsse dabei mitlaufen und dürfe nicht dazu führen, Entwicklungen vorschnell zu blockieren.
Den Abschluss machte Philipp Lichtenberg mit einem Überblick über den Stand der KI im Jahr 2026. Deutlich wurde dabei, dass Drohnen in der Landwirtschaft oder kochende Roboter in Caféterias längst keine Zukunftsmusik mehr sind, sondern bereits vielfach zum Einsatz kommen – auch in Europa. Eine KI-Strategie sei deshalb für moderne Unternehmen unverzichtbar.
Befreiung von monotonen Arbeiten oder Ersatz von Juniors?
Im Anschluss an die Impulsreferate wurde rege diskutiert. Die Vielfalt der vertretenen Branchen spiegelte sich auch in den Fragen aus dem Publikum wider. Fragen stellten sich in Bezug auf den Menschen, ob er vereinsamt, weil Rat zunehmend bei einer Maschine gesucht wird und was die Nutzung von KI mit dem Denken macht und ob das selbständige Denken durch den Gebrauch von KI nachlasse. Bedenken zeigten sich auch hinsichtlich der beruflichen Zukunft. So wurde etwa die Frage aufgeworfen, woher die neuen Seniors stammen, wenn Juniors zunehmend durch KI ersetzt oder zumindest nur noch durch diese angelernt würden. Die Diskussion zeigte: Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten und kann monotone Arbeiten erleichtern. Gleichzeitig stellt sie Unternehmen, Teams und Bildungseinrichtungen vor grundlegende Fragen.
Besonders vielseitig fielen zuletzt auch die Statements darüber aus, was die KI derzeit noch nicht lösen kann, aber wünschenswert wäre, wenn sie es könnte. Die Antworten reichten von Weltfrieden stiften über Hungersnöte beenden bis hin zu ganz konkreten Themen wie dem Lösen von Personalproblemen, dem Abwickeln von Bewerbungsverfahren und – mit grossem Gelächter – dem Deutschen Fussball. Der Anlass fand am Tag nach dem WM-Spiel statt, in welchem die Deutsche Mannschaft ausgeschieden ist. Zum Schluss blieb mit einem Augenzwinkern die Frage offen: “So what’s better, Path AI or Phat Thai?”
Austausch beim Apéro
Den Ausklang des Abends bildete ein Apéro im Freien. Bei Grilladen und Getränken bot sich den Gästen die Gelegenheit, in ungezwungener Atmosphäre die Diskussionen weiterzuführen, neue Kontakte zu knüpfen und sich über Erfahrungen aus der eigenen Praxis auszutauschen.
Die Startup Academy bedankt sich bei den Referentinnen und Referenten für die spannenden Impulse sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das grosse Interesse und den vielseitigen Austausch.






